Meschede/Wehrstapel. Nach dem intensiven Austausch mit der Elterninitiative in Wehrstapel am Donnerstag bekräftigen Anna Schäfer von der CDU Meschede sowie weitere fachlich Beteiligte ihr gemeinsames Engagement für eine nachhaltige Sicherung der kinderärztlichen Versorgung in der Stadt. Die junge Mutter und Zahnärztin betont gemeinsam mit medizinischen Expertinnen und Experten, dass die Sorgen und Anliegen der betroffenen Familien sehr ernst genommen werden.
„Das Gespräch hat noch einmal deutlich gemacht, wie groß die Verunsicherung vieler Eltern ist. Die bevorstehende Schließung der Praxis von Dr. Ralph Armbrust zum 30. Juni stellt zahlreiche Familien vor erhebliche Herausforderungen. Hier braucht es schnelle, aber vor allem tragfähige Lösungen", so Schäfer.
Auch Prof. Dr. Andrea Tannapfel, Ärztin und Mitglied der Fakultätsleitung der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, begleitet die Entwicklungen fachlich und bringt ihre Expertise in die laufenden Gespräche und Überlegungen ein. Sie war beim Termin mit der Elterninitiative zwar nicht vor Ort, ist jedoch in die Gesamtinitiative eingebunden.
Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass Stadt, Politik und zuständige Institutionen bereits seit längerer Zeit aktiv sind. Die Suche nach einer Nachfolge für Dr. Armbrust läuft seit geraumer Zeit intensiv, gestaltet sich jedoch angesichts der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt für Kinderärztinnen und Kinderärzte schwierig.
Wie auch durch aktuelle Berichterstattung bestätigt wird, plant die Stadt Meschede erstmals eine Unterstützung zur Wiederansiedlung eines Kinderarztes; unter anderem als Teil des Standortmarketings.
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt hier - ergänzend zur Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) - Eigeninitiative zeigt und weitere Maßnahmen vorbereitet. Die CDU Meschede steht geschlossen hinter diesen Initiativen und wird sie aktiv begleiten", erklärt Schäfer. Auch aus fachlicher Perspektive wird dieser Ansatz unterstützt – unter anderem durch Prof. Dr. Andrea Tannapfel, die die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum unterstreicht.
Zugleich wird auf die Zuständigkeiten hingewiesen: Für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung ist grundsätzlich die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) verantwortlich. Stadt Meschede und Hochsauerlandkreis bringen sich freiwillig und ergänzend ein, um gemeinsam mit der KVWL Lösungen zu entwickeln – trotz bundesweit schwieriger Rahmenbedingungen.
Unterstützung kommt neben der Stadt insbesondere vom Hochsauerlandkreis sowie der KVWL. Mit dem Förderprogramm „Land in Sicht – Ärzte für morgen" werden gezielt Anreize geschaffen, um Mediziner für den ländlichen Raum zu gewinnen. Das Programm wurde inzwischen auch für Kinderärzte geöffnet und umfasst ein Mentorenprogramm, das den Einstieg in die ambulante Versorgung erleichtert. Weitere Informationen dazu sind bei der KVWL abrufbar: https://www.kvwl.de/land-in-sicht
Auch die Stadt Meschede stellt ergänzende Informationen und Unterstützungsangebote bereit, etwa über das Programm „Landarztstarter": https://www.meschede.de/landarztstarter
Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Über das Programm „Land in Sicht – Ärzte für morgen" konnten zwei Kinderärzte für die Region gewonnen werden, die perspektivisch in Schmallenberg tätig sein werden. Dies zeigt, dass die Maßnahmen greifen – verdeutlicht aber zugleich, wie groß der Wettbewerb um medizinisches Personal bundesweit ist. Diese Entwicklung wird auch aus fachlicher Sicht, unter anderem von Prof. Dr. Andrea Tannapfel, als wichtiger Schritt bewertet.
„Der Arbeitsmarkt im Bereich der Kinderärzte ist bundesweit stark angespannt. Viele junge Medizinerinnen und Mediziner zieht es eher in städtische Strukturen oder in Anstellungsverhältnisse. Umso wichtiger ist es, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen", so Schäfer.
Ergänzend wird auf Initiativen des Landes Nordrhein-Westfalen unter Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verwiesen. Programme wie die Landarztquote leisten einen wichtigen Beitrag, um gezielt Ärztinnen und Ärzte für ländliche Regionen zu gewinnen.
Abschließend wird die Bedeutung des gemeinsamen Handelns hervorgehoben: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen – Kommune, Kreis, Kassenärztliche Vereinigung, Land und nicht zuletzt die Familien vor Ort. Die Elterninitiative kann dabei eine wichtige Mittlerrolle einnehmen: Sie macht die Situation sichtbar, wirbt für unsere Region und kann als Multiplikator wirken. Viele der engagierten Eltern sind im besten Sinne selbst „Heimkehrer", die bewusst nach Erfahrungen in anderen Städten wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Dieses Engagement ist ein starkes Signal für die Attraktivität unserer Region und ein wichtiger Baustein für tragfähige Lösungen", so Schäfer – eine Einschätzung, die auch von Prof. Dr. Andrea Tannapfel geteilt wird.

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